• Trotz Fußball - Der Meister ruft mich

    Film: Inglourious Basterds
    Genre: Kriegsfilm, Tarantino
    Regisseur: Quentin Tarantino
    Darsteller: Christoph Waltz, Brad Pitt, Melanie Laurent
    Wertung: 84%

    Nach Death Proof geriet Kultregisseur Quentin Tarantino ja ein wenig in die Kritik. Der Meister der ausufernden Dialoge habe es übertrieben, und der Film habe zwischen den langen, sinnlosen Dialoge zu wenig Actionelemente und spannende Szenen zu bieten. Ich sah das damals ein wenig anders.

    Es scheint als habe der Mann aus Knoxville diese Kritiken wahrgenommen, denn Inglourious Basterds bügelt genau diese Fehler aus, und macht selbst kaum welche.
    Hier passt die Länge der Dialoge nahezu ausnahmslos, die Szenen sind von Spannung durchsetzt und jedes der fünf streng von einander getrennten Kapitel bietet einen mitreisenden Showdown. Die Wege zu diesen sind unterschiedlich, und auch teilweise lange, aber Tarantino versteht es durch großartige Wortgefechte hier fast nie Langeweile aufkommen zu lassen. Die Dialoge trieften auch nicht ins Banale ab, man erkennt in ihnen eigentlich immer einen Sinn. Sie bilden hier auch ein Instrument um die Charaktere einzuführen. So wird z.B. im vierten Kapitel anhand eines banalen Spielchens klar, das der deutsche Offizier einen britischen Spion enttarnen wird. Urplötzlich wechselt dann die gesellige Runde in eine hochdramatische Situation die ein erschreckendes Ende findet.
    Im Vorfeld wurde über diesen Film ja viel diskutiert ob Tarantinos Art der Aufbereitung geschichtlicher Ereignisse denn nicht etwas makaber sei, angesichts der geschichtlichen Ereignisse. Nun ja, Tarantino schert sich hier einen Dreck um historical correctness, und wer ihm das krumm nimmt, der soll sich den Film einfach nicht anschauen. Die Nazi-Mordenden Basterds sind hier rachelüsternde Juden, die mit ihren Opfern nicht glimpflich umgehen. Aber die Nazis haben das auch verdient, eine Botschaft die der Film ganz offen repräsentiert. Hierfür ist das erste Kapitel zuständig, das die Kompromisslosigkeit der Judenhatz der Nazis darstellt.

    Nahezu Tarantino-untypisch ist der lineare Verlauf der Story. Diese ist sehr einfach gestrickt, aber auf diese kommt es bei einem echten Tarantino ja sowieso nicht an. Es sind die einzelnen Szenen, die einem in Erinnerung bleiben, den Fast-Monolog des „Judenjägers“ Oberst Landa (Christoph Waltz), den gekonnt geschnittenen Schlagabtausch zwischen Basterd-Anführer Lt. Aldo Raine (Brad Pitt), einem seiner Männer und einem gefangenem Nazi, oder die finale Filmvorführung der entkommenen Jüdin Shosanna (Melanie Laurent)

    In perfekten Einklang mit den Bildern bringt Tarantino die Musik. Sie steigert die Bedrohung fast von ganz alleine, noch bevor man die Gefahr den kommen sieht. Das Timing und die Art der eingesetzten Musik ist hier optimal gelungen. Hiebrei merkt man diesem Filmbessesen einmal wieder seine Affinität zu Filmen seiner Jugendzeit an. So vermischt hier Elemente des Kriegsfilms mit einer Musik, die man eher in einem Italo-Western suchen würde. Und er liefert mit der ersten Szene eine Hommage an den Kultwestern Spiel mir das Lied vom Tod, der dort nahezu kopiert wird. Ja, Tarantino gesteht hier noch mehr als sonst, seine Liebe zum Kino ein. Wie sollte es auch anders zu erklären sein, dass in seiner Interpretation des Ausgangs des zweiten Weltkriegs die Führung des deutschen Reiches in einem Kino ihr Ende findet? Das es ein Film ist, der sie am Ende vernichtet? Ja, ein Film, ein Propaganda-Film in dem ein deutscher Soldat hundert Feinde tötet wird zum Untergang des dritten Reiches.

    Gewalt spielt in Tarantinos Filmen ja auch immer eine besondere Rolle. Ich erinnere mich an einen „Basterds“-Trailer in dem es so wirkte, als würde die Gewalt bewusst surreal übertrieben dargestellt wie in einigen Szenen von Kill Bill Vol. 1. Dies ist aber nicht der Fall. Es wird eine Brutalität dargestellt, die einfach realistisch ist. Die schockiert, die dem ein oder anderen eklig erscheint, aber die nie unrealistisch oder verherrlichend wirkt. Tarantino zeigt diese Gewalt vielleicht das ein oder andere Mal detailierter als es nötig wäre, aber man kennt ja aus seinen früheren Werken, das er nicht die Kamera wegdreht wenn ein Baseballschläger einen Kopf zertrümmert, sondern die Szene in allen Details ins Licht setzt. Außerdem ist der Film ab 16 Jahren freigegeben, dann muss man sich nicht wundern wenn Köpfe als Baseballs verwendet werden oder ein Gesicht unter einem Kuggelhagel unkenntlich geschossen wird.

    Um authentisch zu sein, besetzte Tarantino nahezu alle Rollen deutscher Akteuere mit deutschen Schauspielern. So sieht man unter anderem mit Til Schweiger, Christian Berkel, Diane Kruger und Daniel Brühl zahlreiche bekannte deutsche Gesichter. Einer überragt sie aber in ihrer Leistung alle: Christoph Waltz. Die Auszeichnung als Bester Darsteller in Cannes lies ja einiges erwarten, aber diese hohen Erwartungen enttäuscht Waltz nicht. Jede Szene mit ihm wird zur Zerreisprobe für das Nervenkostüm des Zuschauers. Seine ruhige, wachsame Art lässt ihn zu einer unheimlichen Bedrohung werden. Die kühle Intenstät von Waltz Spiel ist einer der Höhepunkte des Films.
    Natürlich muss man auch über den Mann reden, der auf Filmplakaten immer ganz vorne zu sehen ist: Brad Pitt. Ist dieser Kerl eigentlich mit Samuel L. Jackson verwandt? In nahezu jeder Rolle bringt der x-fache Vater eine Coolness rüber, das es nur so kracht. Der knallharten Nazijäger und dabei stets coole Basterds-Anführer, ja, das ist eine Rolle die Brad Pitt wirklich auf den Leib geschneidert ist.
    Als dieser am Ende sagt, er habe nun wohl sein Meisterwerk vollbracht, da legte ihm der Regisseur wohl seine Meinung über den Film in den Mund. Hätte er nicht schon vor 15 Jahren mit Pulp Fiction ein Meisterwerk des modernen Kinos geschaffen für das er nahezu alle wichtigen Filmpreise erhalten hat, dann käme man nicht umhin, Inglourious Basterds als Tarantinos besten Film zu bezeichnen. Er ist nicht so actionlastig und blutig wie Kill Bill 1, nicht so schwer durchschaubar wie Reservoir Dogs, und beinhaltet keine stumpfsinnigen Dialoge wie Death Proof. Er bietet einfach über zwei Stunden spannende Unterhaltung, großartige Dialoge, mitreisende Szenen, Kinnladen-zum-Fallen-bringende Schockmomente, eine der besten Schauspielerleistungen der letzten Jahre, und einen perfekt getimten Soundtrack.
    Es ist ein Film, dessen Plakat man sich an die Wand hängt, und seinen Gästen erzählt, das ist ein echter Tarantino. In Reinkultur, und in Perfektion.

    84%

    Hier mein persönliches Tarantino-Ranking

    7. Death Proof 68%
    6. Kill Bill Vol. 72%
    5. Jackie Brown 76%
    4. Kill Bill Vol. 77 %
    3. Reservoir Dogs 79%
    2. Inglourious Basterds 84%
    1. Pulp Fiction 87%

  • Prinz statt Pele

    5:2 schlug die brasilianische Fußballnationalmannschaft im WM-Finale 1958 den Gastgeber aus Schweden. Ein junger Mann, der sich fortan Pele nannte, wurde damals zum ersten von insgesamt drei Mal Fußball-Weltmeister.
    Dieses Finale war 50 Jahre lang das torreichste bei einer Fußballwelt- oder Europameisterschaft.

    Dann kamen die Deutschen Damen die vor wenigen Minuten im Finale der EM England mit 6:2 besiegten! In einem wirklich hochklassigen, packenden Spiel, das eine Stunde lang ausgelichener und spanndern war, als es das Ergebnis vermuten lässt, holten sich die deutschen Damen den fünften Titel in Folge! Jedesmal dabei: Spielführerein Birgit Prinz, das schaffte nicht mal Pele.

    Damit ist meine kleine Reihe zur Fußball-EM der Frauen beendet.

  • Motto des Tages

    800px-Flag_of_Germany_svg

    1800 EINSCHLATEN !!!

  • Gary hatte mal wieder Recht.

    Gary Lineker, seines Zeichens ehemaliger Fußballprofi ist heutzutage wohl weniger durch seine sportlichen Erfolge bekannt, als dadurch das er der Begründer der wahrsten aller Fußballweisheiten ist:
    „Fußball ist ein Spiel von 22 Leuten, die rumlaufen und den Ball, und einem Scheidsrichter, der eine Reihe dummer Fehler macht. Und am Ende gewinnt immer Deutschland.“

    Ersetzt man Leute durch Frauen, dann hat der gute Gary Lineker auch heutzutage noch Recht. Nach dem was die deutschen Damen heute Abend im Halbfinale der Europameisterschaft gegen Norwegen in der ersten Halbzeit geleistet haben, hätte ich keinen Pfifferling mehr auf sie gewettet. Aber die Fußballerinnen drehten den 0:1 Rückstand zur Pause innerhalb weniger Minuten und gewannen am Ende mit 3:1. Somit steht die deutsche Nationalmannschaft zum fünften Mal in Folge im Finale, und trifft dort am Donnerstag auf die Vertreterinnen aus England, und somit auf die Landsfrauen von Gary Linecker, der dann hoffentlich wieder Recht behalten wird!

  • Informationsmangel ohne das Internet

    So, gestern alle brav Fußball geguckt? Als Jogis Jungs gegen Südafrika einen glorreichen 2:0 Sieg einfuhren und damit, was eigentlich gewannen? Das Recht nächstes Jahr bei der WM in Südafrika mitzuspielen? Nein, es ging eigentlich nur darum das Jogi einfällt wer denn da nächstes Jahr mitspielen soll. Also eigentlich ging es um nichts, trotzdem schauten 8 Millionen Menschen am Fernsehen zu, und damit mehr als doppelt so viele wie Tags davor, als die Nationalmannschaft der Frauen ins Halbfinale der EM einzog. Ganz in die Röhre schaute, wer denn wissen wolle, gegen wen die deutschen Damen dort antreten werden, denn das Viertelfinale zwischen Schweden und Norwegen suchte man im deutschen Fernsehen vergebens.
    Ich kam kurz nach dem Anpfiff um 1900 nach Hause und wollte mir einen gemütlichen Fußballabend machen. Bloß lies mich mein Fernseher klägich im Stich.
    Das ZDF hatte sich bereits nach dem Spiel unserer Mädels bis Donnerstag verabschiedete, zu einer möglichen Finalübertragung, natürlich nur bei deutscher Beteiligung. Da das Desinteresse am Fußball der Frauen der Privatsender schon fast legendär ist, lohnte sich ein suchender Blick dort auch nicht. Dies betrifft übrigens auch den Spartensender DSF, der ein anderes Fußballspiel den kickenden Nordeuropäerinnen vorzug. Immerhin ging es beim Spiel der deutschen U21-Nationalmannschaft um die Qualifikation zur Europameisterschaft, und damit immerhin um mehr als beim gestrigen Spiel der A-Mannschaft. Blieb als letzter Ausweg „Eurosport“, zuverlässiger Begleiter bei den letzten sportlichen Großeriegnissen Schwimm- und Leichtatletikweltmeisterschaft, sowie in der Vorrunde der Fußball-EM der Frauen. Dort gab es zwar Frauen zu sehen, aber derer nur zwei, und den Ball mit dem die spielten war etwas kleiner als ein Fußball und etwas gelber. Außerdem kickten sie die Filzkugel nicht mit dem Fuß, sondern mit einem Schläger. Ach ja, die US Open hatten ja begonnen.
    Somit blieb als einziger Ausweg das gute, und noch nicht ganz so alte Internet. Hier konnte ich dann zumindest lesen das die Norwegerinnen zur Halbzeit mit 2:0 führten und dabei waren dem großen Favoriten Schweden aus dem Tunier zu werfen. Bei den Männern hätte ein solches Ereigniss eine Sondersendung im DSF zur Folge gehabt. Aber in diesem Fall muss man schon gezielt Nachrichten schauen. Bei der Randnotiz das die deutschen Damen im Halbfinale sind, sollte man dann aber genau hinhören, um den Nebensatz, wer denn der nächste Gegner sei, nicht zu überhören.
    Also schalte ich heute abend, wenn um 18 Uhr sich Engländerinnen und Holländerinnen um den Finaleinug streiten gar nicht erst den Ferseher ein, sondern den gleich Computer. Allerdings sind die Liveticker bei Spielen ohne deutsche Beteiligung ebenfalls rar gesät, am Freitag gab es diesen zumindest beim kicker, und einen bei Spiegel Online, der allerdings in meinem Firefox nicht vernünftig angezeigt wird. Wer ganz sicher gehen will, und englischsprachigen Meldung wie „Germany (Grings) scores“ richtig zu inerpretieren weiß, der geht am besten auf UEFA.com, die haben bisher noch jedes Spiel getickert.
    Jetzt geh ich brav DSF gucken, da läuft gleich der „Doppelpass“. Die reden bestimmt über die Nationalmannschaft. Und zwar über diejenige, die sie als die einzig wahre empfinden. Gleichberechtigung ist eben ein Thema für die Politik, aber offenbar nicht für den Fußball.

    Nachtrag um 16:41
    Wie ich eben festgestellt habe, wird die Halbfinalpartei zwischen England und den Niederlanden doch auf Eurosport übertragen. Also gibt es keine Ausrede mehr sich das Spiel nicht anzuschauen!

  • Gelungene Revanchhe

    Erinnert sich noch jemand an den 4. Juli 2006? Natürlich, fand an dem Tag doch ein Fußballspiel der deutschen Nationalmannschaft der Männer statt. Und zwar das WM-Halbfinale das gegen Italien mit 0:2 verloren wurde.
    Den deutschen Frauen gelangen heute die verspätete Revanche. Mit 2:1 wurden die italenischen Frauen im Viertefinale der EM besiegt.
    Das nächste Opfer, äh Gegner der deutschen Damen wird heute Abend zwischen Norwegen und Schweden ermittelt.

  • Die Zeiten ändern sich

    Früher zeichnete sich der Fußball von Frauen durch viele Tore von unattraktiven Frauen aus. Ein Vorurteil, das im heutigen Viertelfinale der Europameisterschaft zwischen Frankreich und der Niederlande wohl endgültig widerlegt wurde. Immehrin fiel in 120 Minuten kein einziges Tor.
    Das Thema Attraktivität im Frauen-Fußball behandlete heute auch der kicker auf seiner Homepage , der über die neu gefundene Schönheit der deutschen Nationalmannschaft berichtet.
    Und das Fußballspiele von Frauen denen von Männern in Spannung nicht unbedingt nachstehhen müssen, bewies das Elfmeterschießen, das die Niederländer dank drei von Französsinen verschossenen Elfmetern in Folge, gewannen. Am Sonntag dürfen sie gegen die Englische Nationalmannschaft um den Finaleinzug spielen, und das ist ja im Fußball ein echter Klassiker!

  • Musikalischer Abschied aus Finnland

    Nachdem die deutschen Fußball-Frauen gestern die Vertreterinnen aus Island durch einen glanzlosen 1:0-Sieg aus der Europameisterschaft geworfen haben, gibts heute hier ein typisch isländisches Volkslied.
    Gerüchten zu Folge wurde das Video aber nicht auf Island gedreht.

  • Sex sells

    22 Frauen jagen einem Ball hinterher. Warum sollte man(n) sich das
    anschauen? Entweder weil gerade kein „richtiger“ Fußball kommt, oder
    weil die Schlammcatch-Meisterschaft gerade Pause hat.

    Männer wollen Frauen doch nur beim Sport beobachten, weil es da was zu
    gucken gibt.

    Beachvolleyball ist nur wegen der Sportbekleidung interessant, und
    jeglicher Wintersport macht keinen Spaß, weil wegen der Kälte die Frauen
    alle so stark vermummt sind wie die Sprinterinnen aus Bahrain letzte
    Woche bei der Leichtatletik-Weltmeisterschaft in Berlin.

     

    Aber warum guckt man dann Frauen-Fußball? Machen wir nichts vor.
    Schönheiten sind unsere kickenden Volksvertreterinnen, die heute Abend gegen Franreoich antreten, zum größten Teil nicht, aber macht das den Sport unattraktiv? Nein, Fußball bleibt
    Fußball, egal ob ihn Männer oder Frauen spielen, oder wie die
    ausschauen. Ich meine, bei allen Waschbrettbauch-Fußballern war der
    Kameraschwenk auf Reiner Calmund für Frauenaugen bestimmt auch nicht das
    größte Vergnügen.

    Wenn ich meine TV-Sportarten nach der Optik aussuchen wollte, würde ich
    Stabhochsprung- und Hochsprung-Wettbewerbe der Leichtatletik-WM in einer
    Dauerschleife angucken.

    Aber hier geht es nicht um das Aussehen, sondern um die Leistungen der
    Protagonistinnen auf dem Platz! Und wenn in der Halbzeitpause Nia Künzer
    das Spiel analysiert haben auch die Machos was davon.

  • Nicht nur Männer sind Schweine

    Frauen sind mutiger als Männer, das wollen manche Feministinen ja schon immer gewußt habe. Schon Marie Curie hat sich vor 100 Jahren für den Nobelpreis zu Tode verstrahlt. Heutzutage gibt es weniger gefährliche Methoden seinen Mut unter beweis zu stellen. Gestern Abend wurde ich Zeuge einer solchen mutigen Dame. Der Russin Natalja Awdontschenko, ihres Zeichens Schiedsrichterin bei der Fußball-EM der Frauen. Sie pfiff im Spiel Frankreich gegen Island sage und schreibe drei Elfmeter. Mein Gedächtnis reicht nicht weit genug, um mich daran zu erinner, wann ich das schon einmal bei den Männern erlebt habe. Gut, nun kann man natürlich spoten, das die Mädels einfach zu langsam sind, um ihren Gegenspielerinnen den Ball regelür abzunehmen. Für die Theorie spricht, das es keine Proteste gab, was aber auch daran liegen kann, das die Frauen weitaus weniger protestieren als ihre männnlichen Sportskameraden.
    Eine andere Unsitte habe sie allerdings von den männlichen Fußballern übernommen, das Spucken. Schon der Komiker Michael Miitermeier stellte fest, „jedesmal wenn man einen Fußballer in Großaufnahme sieht, dann spuckt der“. Männer sind halt Schweine, Frauen machen so etwas bestimmt nicht. Den Gegenbeweis erbrachte gestern eine isländische Spielerin. Kurz nach dem sie den Elfmeter für Island verschossen hatte, zoomte die Kamera weit genug auf ihre Mundöffnung, das man genau sehen konnte, das sie nicht gerade zur Verschönerung des finnischen Rasens beitrug.
    Das Spiel endete übrigens 3:1 für die „Grande Nation“, was auch daran lag, das die Französinnen ihre beiden Elfmeter im Tor unterbringen konnten. Ob sie danach ebenfalls spuckten, ist mir nicht bekannt.
    Jedenfalls wäre Marie Curie stolz auf ihre Landsfrauen.

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